Hyaluronsäuren und ihre Wirkweise

hyaluron

Hyaluronsäure kommt natürlich im Körper vor und ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener Bindegewebsarten. Mit Wasser verbundene Hyaluronsäure bildet ein gelförmiges Material, das im Körper eine Fülle von Funktionen hat. So ist Hyaluronsäure der Hauptbestandteil unserer Gelenkflüssigkeit und sorgt als Schmiermittel dafür, dass unsere Gelenke, auch bei großer Belastung, standhaft bleiben. Gerade weil Hyaluronsäure dem Körper bekannt ist, gibt es quasi keine Allergien oder Nebenwirkungen auf diesen Wirkstoff.

Hyaluronsäure ist chemisch gesehen ein Filmbildner. Es lagert sich somit dem körpereigenen Gelenkknorpel auf und verbessert die Ernährung und den Stoffwechsel der Knorpelzellen.  Des weiteren bindet es an körpereigene Enzyme die sich im Gelenk befindet und bei der Arthrose zum Abbau körpereigenen Knorpels führe. Dadurch, dass Hyaluronsäure an diese Enzyme bindet, wird der der eigene Knorpel vor einem enzymatischen Abbau geschützt.

Anwendungsgebiete

  • Konservative Therapie einer Arthrose (Gelenkverschleiss mit Knorpelschäden)
  • Konservative Therapie von Meniskus-Schäden (Hymovis®)
  • Seltener bei Verletzungen und Störungen an Muskeln und Sehnen (PRP)

Behandlungsablauf

Hyaluronsäure wird aus tierischen Produkten (Hahnenkamm) gewonnen oder im Labor rekombinant hergestellt. In unserer Praxis wird ausschließlich synthetisch im Labor rekombinant hergestelltes HA verwendet. Die Hyaluronsäure wird vom Hersteller in streng sterilen Spritzen bereitgestellt. In Abhängigkeit der speziellen Indikationen unterscheiden sich die unterschiedlichen HA Produkte in ihrer molekularen Masse und dem zu applizierenden Volumen.

Wissenswertes

Die Arthrosetherapie ist sehr komplex und es ist schwierig für den Nicht-Spezialisten die Gesamtheit der Therapiemöglichkeiten zu überblicken. Da viele der möglichen Maßnahmen mit Kosten verbunden sind oder invasive operative Maßnahmen bedeuten, ist eine umfassende Beratung dringend zu empfehlen. In vielen Fällen lohnt sich auch die Einholung einer Zweitmeinung.

Heutzutage ist es nicht möglich durch Medikamente den eigenen Gelenkknorpel zum Wachsen zu bringen. Dies gilt auch für Hyaluronsäuren und bedeutet das bereits bestehende Knorpeldefekte nicht rückgängig gemacht werden können. Wissenschaftliche Studien zeigen allerdings, dass Hyaluronsäuren in der Lage ist das Fortschreiten einer Arthrose zu verlangsamen. Diese Studien zeigen dass Patienten die eine Therapie mit Hyaluronsäure Injektionen erhalten im Durchschnitt später ein künstliches Gelenk benötigen als Patienten ohne Therapie.

Die einzige Möglichkeit bestehende Knorpeldefekte zu reparieren besteht derzeit in operativen Eingriffen. Hier gibt es verschiedene teilweise miteinander konkurrierende Verfahren. Zu den etablierten und seriös durchgeführten Verfahren zählen:

  • Transplantation von Knorpel der aus eignem Knorpel im Labor angezüchtet wurde
  • Transplantation von Gelen, oder Membranen in den Knorpeldefekt in denen dann eigener Knorpel regenerieren kann
  • Transplantation von Knochen-Knorpelzylindern

Ob eine solche knorpelregenerative Maßnahme für Sie in Frage kommt, und welche die beste ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Generell gilt dass diese Maßnahmen besonders gut funktionieren bei

  1. Jungen Patienten
  2. Patienten mit einem lokal begrenzten Knorpeldefekt

Diese knorpelregenerativen Verfahren sinda also nicht für jeden Patienten geeignet. Dies bedeutet aber nicht dass dann immer die Implantation einer kompletten Prothese erforderlich wird. Insbesondere am Knie gibt es seit kurzem die Möglichkeit Knorpelschäden durch Teilprothesen oder sogenannte „Mini-Prothesen“ zu behandeln. Hier wird anhand von MRT Aufnahmen für den Patienten ein individuelles Implantat hergestellt, was in den Knorpedefekt implantiert wird und ihn somit ersetzt. Da diese Techniken wesentlich schonender sind und die mechanischen Verhältnisse am Knie nicht ändern sind die Patienten hierdurch schneller wieder fit und haben weniger Einschränkungen. Sollte Jahre oder Jahrzehnte später trotzdem eine komplette Knieprothese erforderlich sein ist dies kein Problem und der Patient hat einiges an Zeit mit seinem eigenen Knie gewonnen.

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