Infiltrationstherapie

Die Behandlung von Schmerzen durch ärztliche Injektionen (Spritzen) ist eine weit verbreitetes Therapieverfahren. Hierunter werden jedoch oft verschiedene Techniken vermischt und miteinander verwechselt. Die Unterschiede bestehen darin:

  • Was wird gespritzt?
  • Wohin wird gespritzt?
  • Welches therapeutische Konzept steckt dahinter?

Welche Arten von Spritzen / Infiltrationen unterscheidet man?

  • Intramuskuläre (i.m.) Infiltration

  • Triggerpunkt Infiltration

  • Neuraltherapie

  • Nervenblockaden

  • Periradikuläre Infiltration (PRT)

  • Epidurale / peridurale Infiltration

  • Gelenkinfiltration (intraartikulär i.a.)

  • Facetteninfiltration

  • Mesotherapie

Intramuskuläre (i.m.) Infiltration

Hierbei wird ein Medikament in den Muskel gespritzt, welches dann in den Blutkreislauf aufgenommen wird und so seine Wirkung entfaltet. Viele Medikamente (Voltaren, Kortison ….) können auch in Tablettenform oder als Infusion über eine Vene gegeben werden.

Alternativ wird diese Technik auch im Rahmen spezieller Verfahren angewendet um lokale Erkrankungen und Schmerzen der Muskulatur zu behandeln.

Triggerpunkt Infiltration

Hierbei erfolgt die Infiltration in krankhaft verwendete Muskel-Areale die für lokale oder ausstrahlende Schmerzen verantwortlich gemacht werden. Die krankhaften Muskelareale sind oft verkrampft oder zeigen sogar schon strukturelle Veränderungen (Myogelosen).

Neuraltherapie

Die Neuraltherapie geht auf die Ärzte Ferdinand und Walter Huneke zurück (1925). In der Neuraltherapie wird ein lokales Betäubungsmittel gespritzt um die Schmerzen des Patienten zu reduzieren. Die Wirkung soll auf einer Beeinflussung des vegetativen Nervensystems beruhen und entfaltet seine Wirkung auch fern der infiltrierten Region (Fernwirkung, fortgeleitete Schmerzen). Die Neuraltherapie unterscheidet zwischen:

  • Segmenttherapie
    • Hierbei wird erfolgt die Infiltration im Bereich bestimmter Zonen direkt unter die Haut (Quaddeln) oder an Nerven (Ganglien) des vegetativen Nervensystems
  • Störfeldtherapie
    • Huneke geht davon aus, dass diese Störfelder in anderen Bereichen des Körpers Beschwerden auslösen können. Alte Narben, aber auch die Mandeln oder die Zahn-Kiefer Region können als Störfelder fungieren.

Nervenblockaden

Hierbei werden lokale Betäubungsmittel gezielt an Nervenwurzeln oder Nerven gespritzt, die für die Beschwerden verantwortlich sind. Bei entzündlichen Ursachen können auch Kortikoide zusätzlich verwendet werden.

Periradikuläre Infiltration (PRT)

Bei der periradikuläre Infiltration wird unter Röntgenkontrolle zielgenau ein Medikament an eine Nervenwurzel gespritzt um diese „zu beruhigen“. Die PRT kann auch helfen einen eine Entzündungsreaktion um einen Bandscheibenvorfall abzumildern und den Bandscheibenvorfall zu verkleinern.

Epidurale / peridurale Infiltration

Hierbei wird ein Medikament um das Rückenmark herum appliziert. Diese Techniken werden von Narkoseärzten für Operationen verwendet, können aber auch zur Schmerztherapie angewendet werden.

Gelenkinfiltration (intraartikulär i.a.)

Hierbei wird ein Medikament direkt in ein erkranktes oder schmerzhaftes Gelenk gespritzt. Ggf kann es ausreichend sein das Medikament um das Gelenk herum zu applizieren (Factettengelenk)

Facetteninfiltration

Hierbei handelt es sich um eine gezielte Infiltration in und um die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) die oftmals für Rückenbeschwerden verantwortlich sind. Führt diese Art der Infiltration zu einer deutlichen Beschwerde Minderung, kann in einem weiteren Schritt eine Denervierung („Verödung“) der sensiblen und Schmerzverursachenden Nerven des entsprechenden Facettengelenks erwogen werden.

Mesotherapie

Bei der Mesotherapie werden Medikamente (meist homöopathisch) in die mittlere (meso) Hautschicht appliziert. Es gibt hier Gemeinsamkeiten mit der Akupunktur, Neuraltherapie und der Reflexzonentherapie)

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